In Deutschland bereitet man Marmelade und Fruchtaufstriche eher aus regional erhältlichen Beeren und Früchten zu – kann man so machen, muss man aber nicht. Ausnahmsweise mal etwas exotischeres Obst zu verwenden, kann durchaus spannend sein. Anders kann man diese Kaktusfeigen Marmelade nicht bezeichnen. Extrem interessant und ein absolutes Experiment. Um nicht unnötig Spannung aufzubauen – das Experiment ist geglückt! Sehr gut sogar.

Kaktusfeigen findet man hierzulande nicht ganz so oft in Supermärkten. In wärmeren Gegenden, wie z.B. Südamerika, wo die stacheligen Dinger herkommen, ist das natürlich anders. Mittlerweile haben sich die Früchtchen auch in wärmeren Gebieten rund ums Mittelmeer ausgebreitet und werden z.B. in Spanien und Italien angebaut. Auf Sizilien haben wir Kaktusfeigen sogar schon einmal in freier Wildbahn gesehen…
Ein Anbau im eigenen Garten wird in Deutschland etwas schwierig – vielleicht in einem Gewächshaus mit ordentlich Sonne einen Großteil des Jahres. Aber wer hat so was schon zu Hause rumstehen?! Hier in Berlin eher unwahrscheinlich, aber in Süddeutschland sollte das durchaus möglich sein.


Ich musste hier auf Früchtchen aus dem Supermarkt zurückgreifen. Die stacheligen Teilchen waren im Supermarkt um die Ecke vor ein paar Wochen im Angebot und ich hab’ mir gleich mehrere Packungen davon mit nach Hause genommen. Wer sich selbst mal welche mitnimmt, sollte übrigens auch gleich noch ein paar Gummihandschuhe mit einpacken…
Ich spreche hier aus Erfahrung. Vor ein paar Jahren hab’ ich schon einmal ein Rezept mit Kaktusfeigen umgesetzt – leckere Kaktusfeigen Cupcakes mit einer Kaktusfeigen-Buttercreme. Damals hab’ ich aus erster Hand gelernt, dass man bei der Verarbeitung der Früchte auf jeden Fall Handschuhe anziehen sollte. Macht man das nicht, sind die Chancen gut, dass sich verbliebene Stacheln auf den Früchten in der Haut festsetzen, was wiederum sehr unangenehm werden kann.

Bei der Zubereitung der Marmelade hier sollte man also etwas aufpassen. Auf seine eigenen Hände, an denen keine Stacheln hängen bleiben sollen, aber auch was die Marmelade selbst betrifft. Man möchte solche kleinen Stachel ja ungern im Endprodukt finden. Lebensbedrohlich wären die zwar nicht, aber an einer ungeschickten Stelle im Mund könnte das eventuell unangenehm werden. Also aufpassen, wenn man das Fruchtfleisch von der Schale trennt.
Ich möchte hier natürlich niemandem Angst machen – wir hatten hier bisher keine Probleme, aber man sollte natürlich wissen, was passieren könnte, wenn die Kaktusfeigengötter einem nicht wohlgesonnen sind. Heutzutage werden Kaktusfeigen von den Produzenten immer intensiv geschrubbt, um möglichst alle Stacheln zu entfernen, bevor sie in den Verkauf kommen. Nur mal so als Hinweis, den man im Hinterkopf behalten sollte.
Ich kann die Marmelade nur empfehlen, weil es geschmacklich einfach mal etwas anderes ist, als alles, was man im Supermarkt kaufen kann. Wer es jetzt aber doch lieber »klassisch« mag, kann sich auch unsere Erdbeer-Vanille-Marmelade anschauen. Schmeckt wie der Klassiker, den fast jede Oma im Repertoire hat, wird aber ohne Zuckerzusatz zubereitet.
Gleiches gilt auch für unsere einfache Zwetschgenmarmelade. Auch die wird ohne zugesetzten Zucker zubereitet. Die meisten unserer Marmeladenrezepte der letzten Jahre sind ehrlich gesagt ohne Zucker. Aus Gründen…
ZUTATEN / INGREDIENTS
(3 Gläser á 240ml)
3 Einmachgläser (240ml)*
500g Kaktusfeigen (Saft & Fruchtfleisch) – entspricht etwa 1,2-1,4 kg Kaktusfeigen
250g Gelierzucker 2:1*
1 EL Zitronensaft (s. Hinweise)
1 TL Vanillepulver*
(3 jars, 240ml each)
3 preserving glass jars (each 240ml)*
17.6 oz. (500g) prickly pears (pulp & juice) – equivalent to approx. 1.2-1.4 kg of prickly pears
9 oz. (250g) gelling sugar (2:1)*
1 tbsp. lemon juice (see notes)
1 tsp. vanilla powder*




Hinweise
Wie man auf den Fotos sehen kann, ist unsere Kaktusfeigen Marmelade nicht ganz so stark angedickt beim Einkochen. Uns stört das nicht, aber manche möchten ihre Marmelade ja vielleicht etwas fester, damit mehr auf dem Brötchen bleibt und nicht wegläuft.
Kaktusfeigen haben von Haus aus nicht viel Säure – für das Einkochen ist die allerdings wichtig. Wir haben im Rezept nur 1 EL Zitronensaft verwendet – nimmt man hier etwas mehr, sollte das Pektin im Gelierzucker bessere Arbeit leisten können und die Mischung stärker andicken.
Wer also die Marmelade fester bevorzugt, kann zum Start gleich mal 2 EL Zitronensaft verwenden. Nach der Gelierprobe kann man dann noch einmal schauen, ob es passt, und ggf. noch ein wenig Zitronensaft nachlegen, falls die Marmelade dann noch immer nicht fest genug ist.


ZUBEREITUNG / DIRECTIONS
1. Die Einmachgläser* und Deckel sterilisieren – entweder in genügend Wasser auskochen oder im Backofen erhitzen. Vorsicht bei den Deckeln – die halten nicht automatisch so viel Hitze aus, wie die Gläser. Zur Seite stellen und trocknen lassen.
2. Die Kaktusfeigen der Länge nach aufschneiden und das Fruchtfleisch entfernen und sammeln. Es empfiehlt sich hier, Handschuhe zu tragen, da die Schale der Kaktusfeigen sehr kleine und lästige Stachel hat, die sich in der Haut verhaken können.
3. Das Fruchtfleisch mit einem Pürierstab kurz durchmixen und dann alles durch ein Sieb durchstreichen, um die Samen zu entfernen. Man braucht hier einiges an Kaktusfeigen und Fruchtfleisch, da die Samen recht groß sind und von einer einzelnen Kaktusfeige nicht allzu viel übrig bleibt. Man sollte hier auf jeden Fall abwiegen, damit man 500g Fruchtfleisch/Saft für die Marmelade zusammenbekommt.
4. Das abgewogene Fruchtfleisch bzw. den Saft (500g) der Kaktusfeigen zusammen mit dem Gelierzucker, Zitronensaft und Vanillepulver in einen Topf geben. Die Mischung aufkochen lassen, dann unter ständigem Rühren etwa 4-5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Den Geliertest machen (mit einem kleinen Teller) – wird die Marmelade zügig fest, kann abgefüllt werden. Wenn nicht, einfach noch etwas länger kochen lassen.
5. Die Marmelade in die vorbereiteten Gläser füllen und sofort gut verschließen. Auf den Kopf stellen ist nicht notwendig. Komplett abkühlen lassen. Die Marmeladengläser an einem dunklen, kühlen Ort (z.B. Keller) lagern. Wenn sauber gearbeitet wurde, sollte die Marmelade ungeöffnet mindestens 1 Jahr durchhalten. Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und innerhalb von wenigen Wochen aufbrauchen.
1. First sterilize the glass jars* and lids – either by boiling them in plenty of water or heating them in the oven. Be careful with the lids, they might not withstand the same heat as the glass jars. Set aside and let dry.
2. Slice the prickly pears lengthwise in half and scoop out the flesh. It is advisable to wear gloves, as the skin of the prickly pear has tiny, annoying spines (glochids) that can easily get stuck in your skin.
3. Blend the fruit flesh briefly with an immersion blender, then press the mixture through a sieve to remove the seeds. You will need a fair amount of prickly pears and flesh, as the seeds are quite large and there isn’t much pulp/juice left per pear. Be sure to weigh the pulp to ensure you have 17.6 oz. (500g) of pulp/juice for the jam.
4. Place the weighed prickly pear flesh and juice (17.6 oz./500g) into a saucepan along with the preserving sugar, lemon juice, and vanilla powder. Bring the mixture to a boil, then let it boil vigorously for about 4-5 minutes while stirring constantly. Do a gelling test (using a small plate) – if the jam sets quickly, it is ready to be canned. If not, simply cook it a little longer.
5. Pour the jam into the prepared glass jars and seal them tightly immediately. There is no need to turn the jars upside down. Let them cool completely. Store the jars in a cool, dark place (e.g. basement). If you worked with clean equipment, the unopened jam should keep for at least a year. Once opened, store in the fridge and consume within a few weeks.



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Hier ist eine Version des Rezepts, die man leicht drucken kann.
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Kaktusfeigen Marmelade
- Prep Time: 00:20
- Cook Time: 00:05
- Total Time: 00:30
- Yield: 3 1x
- Category: Homemade Stuff
- Method: -
- Cuisine: International
- Diet: Vegetarian
Beschreibung
Wer keine Lust mehr auf Erdbeer- oder Himbeermarmelade hat, sollte sich diese Kaktusfeigen Marmelade einmal genauer anschauen. Lecker und mal etwas anderes…
Zutaten
3 Einmachgläser (240ml)*
500g Kaktusfeigen (Saft & Fruchtfleisch) – entspricht etwa 1,2-1,4 kg Kaktusfeigen
250g Gelierzucker 2:1*
1 EL Zitronensaft (s. Hinweise)
1 TL Vanillepulver*
Arbeitsschritte
1. Die Einmachgläser* und Deckel sterilisieren – entweder in genügend Wasser auskochen oder im Backofen erhitzen. Vorsicht bei den Deckeln – die halten nicht automatisch so viel Hitze aus, wie die Gläser. Zur Seite stellen und trocknen lassen.
2. Die Kaktusfeigen der Länge nach aufschneiden und das Fruchtfleisch entfernen und sammeln. Es empfiehlt sich hier, Handschuhe zu tragen, da die Schale der Kaktusfeigen sehr kleine und lästige Stachel hat, die sich in der Haut verhaken können.
3. Das Fruchtfleisch mit einem Pürierstab kurz durchmixen und dann alles durch ein Sieb durchstreichen, um die Samen zu entfernen. Man braucht hier einiges an Kaktusfeigen und Fruchtfleisch, da die Samen recht groß sind und von einer einzelnen Kaktusfeige nicht allzu viel übrig bleibt. Man sollte hier auf jeden Fall abwiegen, damit man 500g Fruchtfleisch/Saft für die Marmelade zusammenbekommt.
4. Das abgewogene Fruchtfleisch bzw. den Saft (500g) der Kaktusfeigen zusammen mit dem Gelierzucker, Zitronensaft und Vanillepulver in einen Topf geben. Die Mischung aufkochen lassen, dann unter ständigem Rühren etwa 4-5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Den Geliertest machen (mit einem kleinen Teller) – wird die Marmelade zügig fest, kann abgefüllt werden. Wenn nicht, einfach noch etwas länger kochen lassen.
5. Die Marmelade in die vorbereiteten Gläser füllen und sofort gut verschließen. Auf den Kopf stellen ist nicht notwendig. Komplett abkühlen lassen. Die Marmeladengläser an einem dunklen, kühlen Ort (z.B. Keller) lagern. Wenn sauber gearbeitet wurde, sollte die Marmelade ungeöffnet mindestens 1 Jahr durchhalten. Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und innerhalb von wenigen Wochen aufbrauchen.
Hinweise
Viel Spaß beim Einkochen!
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